“Tag des Kulturerbes” ein Herbsttag voller Höhepunkte!

Eindrücke von unserer Mitarbeiterin Carolina Pino

Jedes Jahr am letzten Maisonntag feiert Chile den “Tag des Kulturerbes”: Nicht nur die Museen öffnen gratis, sondern auch viele historische Gebäude, die sonst nicht zugänglich sind und ein buntes Rahmenprogramm wird geboten.
Einer der meistbesuchten Orte an diesem Tag ist traditionell das Museo de Bellas Artes (Museum der Schönen Künste), nicht nur das wichtigste Kunstmuseum des ganzen Landes, sondern auch ein wunderschönes und symbolträchtiges Gebäude. Es befindet sich  im Herzen Santiagos, im “Parque Forestal”, nur wenige Blocks von vielen Hotels anderen Touristenatttraktionen entfernt – und auch von unserer Wohnung, so dass der Plan für den Tag schnell klar war: Ein Museumssonntag mit meinem Mann.

Die Verantwortlichen des Museums hatten sich für diesen Tag alle Mühe gegeben und einiges Besondere auf die Beine gestellt, darunter geführte Touren zu verschiedenen Themen, neue Austellungen chilenischer Bildhauer, Jazzmusik und auch eine geführte Fahrradtour durch das Bellas-Artes-Viertel, bei der verschiedene andere Museen und emblematische Gebäude des Stadtviertels vorgestellt wurden.

Wir entschieden uns für verschiedenen Ausstellungen: Zunächst die ganz auβergewöhnliche Schau “Retratos de la Memoria” (“Portraits der Erinnerung”). Hierfür wurden alle Bürger eingeladen, in Chile aufgenommene Familienfotos aus den Jahren 1870  – 1980 zum Thema “Hochzeiten und Feste” einzureichen. Sofort nach Betreten des Austellungsraumes fanden wir uns in der Vergangenheit unserer Mitbürger wieder – mitten zwischen Brautpaaren, erhobenen Gläsern und festlichen Gelegenheiten aller Art. Diese Austellung ist noch bis zum 17. Juni zu sehen.

Nach einer kleinen Pause mit wunderbarer musikalischer Untermalung durch ein Jazzquintett in der Eingangshalle des Museums machten wir uns zu unserer zweiten  – dismal geführten – Besichtigung auf: Eine Ausstellung des ersten groβen chilenischen Bildhauers Nicanor Plaza (1844 – 1918). Mit einem Stipendium ausgestattet, studierte er in Frankreich, kehrte dann in sein Heimatland zurück und hinterliess kunstvolle PSuren in Form vieler Bronze- und Marmorstatuen. Eine der berühmtesten ist die lebensgrosse Figur des Mapuche-Führers Caupolicán die für einen Wettbewerb in den USA hergestellt wurde und heute vom Santa Lucia-Hügel unweit des Museums, an der Stelle, wo Santiago gegründet wurde, über die Stadt schaut . Wir haben uns seine Nachbildung im Inneren des Museums erklären lassen und waren sehr beeindruckt von der Ausdrucksstärke der Arbeit Plaza´s. Die Ausstellung läuft bis zum 29.Juli.

Zuletzt liessen wir uns von der Ausstellung “Landschaften 1992 – 2012  der zeitgenössischen chilenischen Künstlerin Zinnia Ramírez verzaubern. In ihren Skuplturen, Fotografien, Instalationen und Gravuren spielt sie wunderschön mit den Materialien, die die Natur ihr bietet, die Natur und die Lebenswelten der Ureinwohner und das Frau-Sein sind ihr zentrales Thema. Mit Blättern, Wurzeln, Zweigen, Samenkörnern, Steinen und Muscheln entführt sie die Betrachter in eine magische Welt…aber nur noch bis zum 10.Juni im Museo de Bellas Artes in Santiago.

Nach diesem Tag voller neuer Eindrücke und Perspektiven kamen wir am Abend sehr zufrieden nach Hause und möchten allen empfehlen, öfters einen Abstecher ins Museum zu unternehmen!

Museo Nacional de Bellas Artes
Adresse: Parque Forestal s/n Santiago, Chile.
Haltestelle: Metro Estación Bellas Artes, Linie 5 (grüne Linie).
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:50 Uhr.

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